Demobericht: 21.05.2009, Marburg

Demonstration gegen den homosexuellenfeindlichen „Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“

Vorab vier kleinere und doch wichtige Infos:
1) Bilder findet ihr weiter unten.
2) Es gibt zwei Demoberichte. Der erste hier. Der zweite eins drunter.
3) Unser Demo-Redebeitrag befindet sich einen Blogeintrag unter den Berichten.
4) Der Gruppenname ist: „Radical Homos“. Nicht „Radicalhomos“ oder „Radikalhomo“ oder was auch immer. Und vor allen Dingen spricht man es englisch aus, und nicht „Radikaaaalhoomos“ (siehe: http://www.youtube.com/watch?v=Z0y1NcpP8_s) …

Hier Bericht Nr.1:

Zunächst wurde die Anfahrt durch die Polizei kurz vor Marburg verhindert. Man munkelte, es solle sich um eine Schikane handeln, die dazu führe, dass niemand mehr zur Demonstration kommen könne. Erstmal kam es dann durch die zahlreichen OrdnungshüterInnen zu eingehenden Leibesvisitationen. Man strich sacht, und doch kraftvoll über Arme, Oberkörper, Hintern, Oberschenkel, Kniekehle und bis zu den Fußzehen hinab. Immer Männer bei Männern und Frauen bei Frauen. Die Männer und Frauen in blau-schwarz mitsamt riesigen Gummi-Knüppeln musterten alle Anwesenden genau.
Der große Marsch des bundesweiten Bündnisses Radikaaaalhooomooss (siehe: http://aktion-kig.de/nachrichten/news_neu_322.html) schien geplatzt.
Doch plötzlich änderte sich die Stimmung. Die uniformierten Männer öffneten zunächst behutsam, dann schneller werdend kleine Knöpfe und Reißverschlüsse an ihren engen schwarzen Uniform-Lederhosen. Mit einem lauten Aufschreien rissen sie sich Teile ihrer Hosen vom Leib und standen vor uns: In Leder-Chaps, schrittfrei mit knopfbesetzten Lackstrings. Die uniformierten Frauen rissen sich ihre Helme vom Kopf, fassten sich aufstöhnend in den Schritt, konnten sich nicht mehr halten und fingen extatisch zu knutschen an.
Ja, es stimmt, wir sind für viele (sehr viele) Schweinereien zu haben. Und wirklich, es war verlockend: zügellosen homoerotischen Sex auf einem Parkplatz, ausgestattet mit allem was das uniform-lack-leder-knüppel-feschistische Herz begehrt, oder aber demonstrieren gehen? Wir dachten: Beides muss sich nicht ausschließen, aber dann lieber öffentlichkeitswirksam und nicht auf einem schnöden Parkplatz im Nirgendwo!
Also überließen wir die Leder-Daddys und Lack-Dykes ihrem frivolen Spiel und fuhren weiter zu Demonstration.

Endlich in Marburg angekommen, die Demo wartete dankenswerterweise, wussten wir: Wir hatten uns richtig entschieden! Die bundesweite Mobilisierung hatte Früchte getragen:
Perverse von überall her trieben es wild auf dem Bahnhofsgelände. Ebenso geschmacklos wie dieser Bericht wälzten sich Körper über Körper: wildgewordene Evangelikale hielten Holzkreuze in die Lüfte, wedelten wild damit umher: „SODOM UND GOMORRHA!“ Wir riefen: „JA!!“

Die rund 1000 Trümmertransen, Kampflesben, Arschpiraten, Intersexen, Straight-Actor, Tunten, Butches, Dykes, Drag Kings, Poppersschniefer, Fistfucker, Kaviarschmierer, Perversen und Femmes und Exhibitionisten und Fetischisten und Schwanzlutscher und Schwulensaunabesucher und Natursekt-Fans gingen gemeinsam lautstark gegen die christlichen Spinner, die ringsum standen, an. Einige der Christen wären uns gerne beigetreten… Allerdings, wie die Vereinigung Wüstenstrom e.V. so schön sagt „Sexualität ist für uns Christen ein notwendiges Übel“… in diesem Sinne blieb man/christ dann doch lieber abstinent.


1 Antwort auf “Demobericht: 21.05.2009, Marburg”


  1. 1 Fußball, Fotografie und Stilkritik « meta.blogsport Pingback am 08. Juni 2009 um 13:25 Uhr
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