Archiv für Juni 2008

Videobeitrag abgeBlasen

Unser Videobeitrag „Heterosexistische Normpositionierung in der aktuellen Medienlandschaft“ musste leider abgesagt werden. Es wurde uns unmöglich gemacht (nicht von Seiten des Festivals!!!), das Video wie angekündigt zu zeigen.

Da wir es allerdings sehr heterosexuell fänden, den Film einfach gar nicht zu zeigen, könnt ihr ihn euch runterladen. Einfach nachfragen, wir sagen euch wo.

“Queer“ = “Achtung, Heten!“

Homophobe Prolls und „queere“ Heten

Nachdem es uns nun ca 2 Monate lang gibt, haben wir bereits einige Effekte erreicht, die wir angestrebt haben. Homophobe Prolls waren die ersten, die sich von uns gestört gefühlt haben. Attacken bei Plakat-Aktionen mit Feuer und zerschlagenen Flaschen sowie verbale Beschimpfungen waren dabei nur die Spitze des Ganzen. Doch jetzt kommen, wie übrigens erwartet, endlich auch die sich als „queer“ bezeichnenden (vom Differenz-Feminismus zur Queer Theory Unreflected?) Heten und assimilierten Homos ins Spiel. Nach unserer „Porno-Offensive“ in Innenstadt und Uni mit übergroßen Penissen gab es Reaktionen wie das Überkleben der Männerkörper mit „Männlichkeit?“. Ja… das ist also queerer Anspruch… Nicht erkennen, welche verschiedenen Wurzeln Hetero- und Homo-Pornographie haben, nicht darüber nachdenken was da eigentlich überklebt wird (SCHWULEN-Pornos!) sondern viel lieber einfach nach engstirnigen Mustern vorgehen und in muskulösen Männerkörpern nichts anderes sehen können als Reproduktion hegemonialer Männlichkeit und Lookism.
Es ist wirklich (wirklich!) amüsant, diese Reaktionen zu beobachten. Wie einfach sich der schnelle Übergang von Queer zu Homophobie (durch heterosexuelles Umgehen damit) aufzeigen lässt.

Muskulöse nackte männliche Körper sind selbstverständlich ein Abbild des hegemonialen Männlichkeitsideal. Umso subversiver ist es jedoch eben dieses Idealbild nicht mehr als Symbol für Stärke und übliche Männlichkeitsvorstellungen zu nutzen, sondern sie in homoerotischer Aktion darzustellen.

Also bitte noch mehr tumbe dekonstruktivistische Ansprüche setzen! Juhu! Naja… oder dekonstruiert euch doch einfach selbst!

„Queer“ als Zwang?

Wir sagen NEIN!
„Queer“ als identitätskritisches Konzept, das aus einer heteronormativen Sicht (nein, das bedeutet nicht nur ‚von Heten’ sondern kann von allen Seiten geschehen) von uns verlangt, bei unserem Aktionismus möglichst genau darauf zu achten, jede Art von fixer Identität zu dekonstruieren, lehnen wir ab!

Aktionismus bedeutet für uns Protest gegen jede Institution in der homophobe Tendenzen herrschen, jede homophobe Handlung ob in der „Öffentlichkeit“ oder im „Privaten“, jeden homophoben Übergriff und jede andere Art von heterosexistischem Müll. Unser Ziel dabei: Homophobie niedermachen!
Und solange dieses Ziel nicht erreicht ist, brauchen und können wir vor allem nicht daran arbeiten, Homosexualität in der Öffentlichkeit in Homosexualitäten aufzusprengen. Das muss der nächste Schritt sein!

Als theoretisches Grundgerüst sind wir identätskritischen Konzepten durchaus zugetan und sie sollen das Fundament einer heteronormativitätskritischen Reflexion – auch über unsere eigenen Identitäten – darstellen.

Unser Aktionismus ist nicht „blind“. Wir schaffen bereits Aufmerksamkeit, wie man an in erster Linie negativen Reaktionen, so homophobe Attacken auf unsere Gruppenmitglieder oder das gezielte Abreißen unserer Plakate, merkt.

Wir sind radikal. Wir begeben uns in Gefahr für den homoerotischen Widerstand. Bloßes Labern überlassen wir anderen.

Dekonstruier dich doch selba !

linke politik scheint es sich zur aufgabe gemacht haben, alle sogenannte minderheiten unter ihre beschützende fittiche zu nehmen, ungeachtet dessen, ob das erwünscht sei oder nicht. der kampf für die „gute sache“ radiert dabei oft pluralismen weg, die man auf der anderen seite als flagge hochhält und gern zum blinden leichentuch wird, welches sich bei so manchem autonomen nicht von fanatischer religion unterscheidet.
homosexualität hat schon immer einen hauch von dekadenz gehabt und dem standartliebespaar die zunge rausstrecken ist ein wunderbarer nervenkitzel. queere heteros unterscheiden sich dabei kaum bis gar nicht von den mainstreamtussis in den großraumdiskos. die annahme diese mädels knutschten NUR, um sich an die männlichkeit zu verkaufen ist reichlich unfeministisch. lächerlich ist es hingegen gleichgeschlechtlich rumzumachen, um sich eine queere identität zu schaffen, die queer nicht nötig hat. Und zwei knutschende mädels haben immer einen erotischen stellenwert.(genau wie zwei jungs und alle anderen knutschenden auch.) ein statement setzten jedenfalls beide parteien. die einen nennen es politik, die anderen spaß. doch alle buhlen sie um die anerkennung bestimmter anderer.
„echte“ homos unterscheiden sich von queeren heteros, darin, dass sie nicht anders können. der queere kampf läuft hier aus dem ruder, wenn von queer-heteros die forderung nach erneuter anpassung kommt und homos sich wieder für ihre sexualität verteidigen müssen. wenn alle homos sich aussuchen könnten wer sie sind, wow ich säh definitiv anders aus und du wärst auch anders und die allermeisten würden sich ihren problemen anpassen und sozialisation hiesse metamorphose.
wir haben keinen bock als beispiel einer anderen welt herumzulaufen, damit wir der diskussion dienlich sind. und wir haben keinen bock auf das gefühl, dass unser ganzer innerer kampf, ob jetzt homo oder nicht, dass ganze coming-out geschissel ad absurdum geführt wird, weil ein paar kleine pseudo-revolutionäre pisser und queerfaschistischer den-kern-nicht-versteher es jetzt cool finden mit dem gleichen geschlecht zu knutschen… das ist (man verzeihe mir das beispiel) wie einem tiefreligiösem menschen, der dir 3 stunden lang von seiner liebe zu gott erzählt hat zu sagen: “Oh, ich bastel mir jetzt auch ‘nen gott, aber meiner soll rote haare haben und ‘nen walschwanz!”
liebe war noch nie freiwillig und ich ficke auch nicht um ein statement zu setzen – sollen die heteros doch ganz mit dem sex aufhören, das wär wirklich mal revolutionär! nehmt euch die freiheit ! dekonstruiert euch doch selba !